Fake Markt

China ist bekannt dafür, alles zu kopieren. Auf den Straßen fahren Autos, die an einen BMW, Mercedes oder Audi erinnern, de facto aber von einem chinesischen Hersteller kommen. Fast jede Frau trägt eine Gucci oder Prada Handtaschen am Arm. Die Männer warten mit Rolex Uhren auf. Kaum jemand, der oder die nicht das eine oder andere Kleidungsstück oder Accessoire einer der ganz großen Marken im Schrank hängen hat. 

Die Dichte der Millionär*innen ist in Shanghai sehr groß, aber nicht so groß. Leisten können sich die meisten nur Fakes. Während die meisten Chines*innen diese über Taobao, die größte Online-Shoppingplattform Chinas, bestellen, gibt es für Tourist*innen den Untergrund Fake Markt in Pudong. Es ist der größte seiner Art. Es gibt hier nichts, was es nicht gibt: Taschen, Uhren, Kleidung, Schuhe, Schreibutensilien, elektronische Geräte, Spielzeug und Tee, das wohl einzige, das hier nicht gefaket ist. Obwohl – aus Handa ist ein Fall von Hühnereierfälschungen bekannt geworden.

Woher die Fälschungen auf dem Fake Markt stammen, darüber lässt sich nur spekulieren. Die einen sagen, dass zehn Prozent der in China produzierten Ware auch in China verkauft werden muss. Die Ware auf dem Fake Markt also eigentlich gar keine Fake Ware ist. Andere gehen davon aus, dass die Ware ursprünglich „vom Lastwagen gefallen“ ist. Wieder andere behaupten, Arbeiter*innen lassen die Waren aus den Fabriken mitgehen, um sich damit ihr Gehalt aufzubessern und wieder andere sagen, es gäbe spezielle Fabriken, die auf das Kopieren der Ware spezialisiert wären.

Die meiste Fakeware ist so gut gemacht, dass der Laie den Unterschied zum Original nicht feststellen kann. Es gibt aber auch solche, denen man es zumindest auf den zweiten Blick ansieht. Da wird dann aus Adidas schon mal Adidos oder Adadas oder Abidas. Aus Nike, Neki. Aus Birkenstock Birkin Stick.

Fakt ist, auch in China gibt es den Straftatbestand der Markenverletzung und Produktfälschung. In einigen Provinzen Chinas ist die Herstellung von Plagiaten allerdings so profitabel und sichert so viele Arbeitsplätze, dass es schwierig ist, hier dieses Recht durchzusetzen. 

Den Markt zu besuchen, ist ein Erlebnis. Hier einkaufen, kann aber sehr teuer werden. Spätestens beim Zoll.

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