Das Fengshui des Jin Mao

Der am 28. August 1998 eingeweiht, 420,5 Meter hohe Jin Mao gehört zu den drei höchsten Gebäuden Shanghais und somit zu den Wahrzeichen der Stadt. Sein Name heißt so viel wie „Goldener Wohlstand“ und spiegelt das wider, was sich alle Chines*innen wünschen: Glück, Gesundheit und Reichtum. Damit der Tower all dies bringt, muss natürlich sein Karma stimmen. Grundvoraussetzung für ein gutes Karma ist, dass das Fengshui, die Lehre von Wind und Wasser, stimmt. 

Offiziell ist es in China illegal, Fengshui zu betreiben. Denn Fengshui wird als staatlicher Aberglaube gesehen und die Kommunistische Partei erlaubt jede Form des Glaubens nur bedingt. Erlaubt ist lediglich die reine Lehre. Fengshui Master dürfen ihren Beruf weder ausüben noch für ihre Dienste werben. Aber die Chines*innen sind abergläubisch und beauftragen Bauunternehmen daher Fengshui Master, die dann aber ihren Sitz in Hongkong oder Singapur haben.

Die Zahl Acht ist in der Chinesischen Kultur und somit auch im Fengshui von großer Bedeutung. Sie ist eine besonders Glück verheißende Zahl. Acht heiß auf Mandarin „ba“ und hört sich ausgesprochen so ähnlich an wie „fa“, das „prosperieren“ bedeutet. 

Die Adresse des Jin Mao lautet Century Avenue 88. Das Gebäude ist insgesamt 88 Stockwerke hoch. Sowohl das von dem Architekten des Towers Adrian Smith ausgedachte Gitternetz als auch die Häuserzwischenräume basieren auf der „acht“. Die Adresse aber auch die Anzahl Etagen verheißen durch die Doppelung der „acht“ 

eine Verdoppelung des Glücks. 

Ein weiteres Fengshui Element ist im Grundriss des Gebäudes zu finden. Dieser gleicht dem einer Pagode. Traditionell wurden Pagoden dafür genutzt, die geomantischen Eigenschaften/ das Fengshui einer bestimmten Gegend zu verbessern. Eigentlich darf eine Pagode nur eine ungerade Anzahl von Stockwerken haben, aber soweit wollte der Architekt dann wohl doch nicht gehen. 

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